Bild © CC-BY 2.0 Tim Weber
Wir wünschen uns, dass alle Anwesenden eine angenehme und erfüllende Zeit im RaumZeitLabor verbringen können. Alle Mitglieder*innen sind gleichberechtigt. Diese Hausordnung gilt für alle Menschen, die unsere Räumlichkeiten nutzen, unabhängig von ihrem Mitgliederstatus. Sie gilt auch für die Kommunikationskanäle des Vereins.
Ziel unserer gemeinsamen Hausordnung ist es, das Zusammenleben im RaumZeitLabor zu verbessern. Deshalb enthält sie unter anderem Informationen darüber, wie wir Konflikte vermeiden und im Fall des Falles lösen möchten.
Grundsätzlich gelten die alten Hacker*innen-Credos: „Be excellent to each other“ und „All creatures welcome“. Was wir genau darunter verstehen, führen wir im Folgenden noch weiter aus.
Teil unserer Community sind überdurchschnittlich viele Menschen aus unterdrückten und teilweise mehrfach marginalisierten Gruppen. Wir stehen füreinander ein - ein Angriff auf eine*n ist ein Angriff auf alle.
Die Hausordnung ist daher kein Zeichen des Misstrauens untereinander, sondern die Ausformulierung eines gewünschten Miteinanders. Für den Fall und als Mittel, sollte sie einmal notwendig werden.
Um das Zusammenleben in einem gemeinschaftlich genutzten Raum für alle so angenehm wie möglich zu machen, braucht es Rücksichtnahme. Das bezieht sich auf den Umgang miteinander, aber auch auf den Umgang mit geteilter, geliehener oder fremder Infrastruktur.
Gehe allgemein sorgsam und respektvoll mit Gemeinschaftseigentum und dem Eigentum anderer um.
Um Besitzverhältnisse einfach zu kommunizieren, nutze die RZL-eigenen Aufkleber. Ein Beispiel dafür ist ein ausgeliehenes Werkzeug, das erst nach einer Einführung oder Rücksprache genutzt werden soll.
Wenn du etwas länger ausleihen bzw. aus den Räumlichkeiten mitnehmen möchtest, frage bitte vorher auf der Mailingliste nach.
Missgeschicke passieren. Wenn etwas kaputt geht, oder du einen neuen Defekt zum Beispiel an einem Gerät feststellst, kommuniziere es auf der Mailingliste. So können wir möglichst schnell und einfach Probleme beheben und den Raum in einem guten Zustand für alle erhalten.
Gehe freundlich mit den Meldenden um: Einen Fehler zuzugeben ist oft unangenehm.
Hinterlasse die Küche und auch den übrigen Raum nach der Benutzung sauber und so wie du ihn vorfinden möchtest, im Zweifel gerne sauberer, als du ihn vorgefunden hast. Manchmal übersieht man etwas: Wenn es eine Kleinigkeit ist, sei so nett und kümmere dich schnell darum. Wenn wir alle ein wenig mehr machen als notwendig, haben auch alle etwas davon.
Beschrifte übrig gebliebenes Essen im Kühlschrank mit Name, Datum, Inhalt und ob es frei nutzbar ist. So vermeiden wir unnötigen Müll. Solltest du den Raum, zum Beispiel nach einer langen Veranstaltung, nicht sauber am selben Tag hinterlassen können, hinterlasse eine Nachricht im Raum oder auf der Mailingliste und hole das ganze so schnell wie möglich nach.
Die Benutzung der Maschinen in unserer Holzwerkstatt ist nur nach einer Sicherheitseinweisung erlaubt. Dies ist aus Versicherungsgründen leider notwendig. Halte dich an die in der Sicherheitseinweisung dokumentierten Regeln.
Wenn du das letzte Mitglied im Raum bist und gehen willst, fordere alle anwesenden nicht-Mitglieder auf, den Raum mit dir zu verlassen.
Vor dem Shutdown bzw. dem Schließen des Raums achte bitte auf folgendes:
Das ist ein Check, um Ausfälle der Automatisierung abzufangen. So verhindern wir Schäden und unnötige Kosten durch einen hohen Stromverbrauch.
Alle Menschen können in verschiedenen Situationen von Diskriminierung betroffen sein. Die folgenden Regeln für den Umgang miteinander gelten daher für alle Menschen und in alle Richtungen.
Denk nach, wie und worüber du sprichst. Bitte beachte, dass Bemerkungen, auch als Witz, beleidigend und verletzend für deine Mitmenschen sein können.
Äußerungen, die die Unterdrückung von Mitgliedern marginalisierter Gruppen fördern oder befürworten, sowie direkte Diskriminierung werden nicht geduldet. Das beinhaltet sämtliche gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, basierend auf Eigenschaften wie Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Behinderungen, Herkunft, Bildung, Religion usw.
Respektiere die Privatsphäre deiner Mitmenschen. Das bedeutet, nicht nur fremde Computer ausschließlich mit expliziter Einwilligung zu nutzen, sondern auch, kein Shoulder Surfing (über die Schulter schauen) zu betreiben und private Informationen ausschließlich nach klarer Zustimmung weiterzugeben. Dazu gehören Kontaktdaten genauso wie Informationen über sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität oder die Zugehörigkeit zu einer anderen marginalisierten Gruppe.
Gewaltaufrufe gegen Personen, sowie Aufforderungen zu Suizid oder Selbstverletzung sind nicht akzeptabel.
Belästigung wie Stalking, Doxxing, Mobbing, Einschüchterung oder ähnliche Gewalt und Gewaltandrohungen werden nicht geduldet.
Vermeide unerwünschten Körperkontakt, unerwünschte sexuelle sowie romantische Zuwendung und andere Formen unerwünschter Aufmerksamkeit.
In all diesen Fällen setzen wir auf Konsens. Das bedeutet: nur ein klares „Ja“ heißt auch ja - ausweichende Antworten oder Reaktionen sind keine Zustimmung. Falls du dir nicht sicher bist, ob dein Verhalten angemessen ist, frage bitte nach und stelle sicher, dass alle Anwesenden mit diesem Verhalten einverstanden sind.
Dränge anderen Personen keine Diskussionen oder Gespräche auf, wenn sie klar machen, dass sie das gerade nicht möchten. Wenn eine Person nur zögerlich auf deine Beiträge reagiert, kann das bedeuten: “Ich habe gerade keine Lust auf eine Diskussion darüber, welcher der beste Editor ist.” Siehe dazu auch den obigen Absatz zu “Konsens”: Nur “Ja” heißt ja, und falls du dir unsicher bist, frage nach. Ein Hinweis auf eine Grenzüberschreitung im Sinne dieser Hausordnung ist davon unberührt und ist selbstverständlich immer möglich.
Verwende für deine Mitmenschen die Namen und Pronomen, mit denen sie sich vorstellen. Man kann einer Person nicht ansehen, was ihre Pronomen sind. Wenn du dir unsicher bist, wie du eine Person ansprechen sollst, frag nach.
Aufzeichnungen jeglicher Art (z.B. Fotos, Videos oder Tonaufnahmen) sind im RaumZeitLabor nur mit Einwilligung aller aufgezeichneten Personen erlaubt. Bitte achte darauf, Vortragsaufzeichnungen nicht zu stören, um ungewollte Aufzeichnungen zu vermeiden.
Trage Konflikte, wenn möglich, nicht öffentlich aus und beachte unsere Hinweise zur Konfliktlösung.
Sei respektvoll zu Anderen und versuche, andere Meinungen und Perspektiven zu verstehen. Menschen haben unterschiedliche Hintergründe und Lebensgeschichten, die sie prägen. Gehe, wo möglich, von Missverständnissen oder Unklarheiten aus, statt von negativen oder böswilligen Interpretationen.
Sprich dein Gegenüber an, wenn du dich mit einer Aussage oder Situation unwohl fühlst und versuche zu erklären, warum es dir so geht.Wenn du andererseits angesprochen wirst, versuche dich nicht sofort zu verteidigen. Versuche stattdessen, dich in dein Gegenüber hineinzuversetzen und sieh dein Verhalten aus deren Perspektive. Vielleicht ist es kein großer Aufwand, dein Verhalten anzupassen und dann hast du das gute Gefühl, dass es deinem Gegenüber besser geht.
Sprich Probleme zuerst privat an, statt Konflikte direkt öffentlich auszutragen. Das verhindert in der Regel eine unnötige Eskalation und sorgt dafür, dass alle Beteiligten ihr Gesicht wahren können.
Manchmal braucht es auch etwas Zeit, bevor ein Gespräch möglich ist.
Es kann zu Situationen kommen, in denen ein privates Gespräch nicht möglich ist. Das kann zum Beispiel an einer größeren Meinungsverschiedenheit oder Machtdynamiken liegen.
Wenn es dir oder deinem Gegenüber hilft, nehmt euch eine Vertrauensperson dazu. Biete diese Möglichkeit auch deinem Gegenüber explizit an.
Sollte all das nicht helfen, sprich mit dem Vorstand. Dieser unterstützt euch, eine gute Lösung zu finden.
Sollten alle Wege der Konfliktlösung erschöpft worden sein und das Problem weiterhin bestehen, obliegt das weitere Vorgehen dem Vorstand bzw. der Mitgliederversammlung.